Pflege-Mindestlohn-Erhöhung nur erster Schritt zur Aufwertung des Pflegeberufes

Zur heutigen Einigung auf eine Erhöhung der Pflege-Mindestlöhne sagt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Die Erhöhung der Pflege-Mindestlöhne ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es darf aber nicht vergessen werden, dass der Mindestlohn nur eine Lohnuntergrenze darstellt. Wenn wir den Pflegeberuf so attraktiv machen wollen, dass Pflegekräfte in großer Zahl zurück in den Beruf kommen oder von Teilzeit wieder auf Vollzeit wechseln, müssen wir auch auf die realen Löhne und auf die Arbeitsbedingungen schauen. Der passende nächste Schritt ist da eine spürbare Lohnerhöhung von 500 Euro für alle. Und dann müssen wir uns aber auch um verbindliche Personalregelungen kümmern, die sich am wirklichen Bedarf orientieren. Und um Mitbestimmung bei der Organisation der Arbeitszeit. Nur zusammen ergibt das die notwendige Aufwertung des Pflegeberufs, die mittelfristig den Personalengpass und damit den Pflegenotstand beheben kann.

Die Linke fordert 100.000 zusätzliche Stellen in der Krankenpflege und 40.000 in der Altenpflege. Auch für Pflegehilfskräfte soll nach dem Willen der Linken kein Lohn unter 14,50 Euro pro Stunde liegen und alle Pflegekräfte sollen zusätzlich zu ihrem bisherigen Gehalt 500 Euro Aufschlag bei Vollzeit bekommen, in Teilzeit entsprechend anteilig. Die Linke geht davon aus, dass es eine Reserve von rund 100.000 Pflegekräften gibt die den Beruf wegen der zu großen Dauerbelastung und zu schlechten Bezahlung verlassen oder ihre Stunden reduziert haben. Diese Pflegekräfte wieder zurück in den Beruf zu holen, ist ein entscheidender Beitrag zur Schließung der Personallücke.

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