Wegen Personalmangel: Aufnahmestopp für krebskranke Kinder in der Charité!

Aufnahmestopp für krebskranke Kinder: Die international renommierte Charité in Berlin nimmt wegen Personalmangel keine krebskranken Kinder mehr auf. Es fehlen hochspezialisierte Pflegekräfte. Zehn von rund 50 Stellen sind zurzeit nicht besetzt, hauptsächlich im Pflegebereich.

Zwei krebskranke Kinder wurden bereits abgewiesen, sie konnten noch am Stadtrand von Berlin untergebracht werden. Neue Patienten müssen voraussichtlich den weiten Weg nach Cottbus oder Hannover antreten. Für die Kinder und deren Familien, die ihnen gerade in dieser schwierigen Lage beistehen wollen, sicher keine einfache Lösung. Dass die Charité versichert, dass alle universitären Kinderkliniken in Deutschland unter massivem Personalmangel leiden, macht die Sache nicht besser, sondern zeigt, dass der Pflegenotstand auch schwerkranke Kinder betrifft. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie es in weniger bekannten Krankenhäusern in kleineren Städten aussieht. 

Ein größeres Armutszeugnis kann sich ein reiches Land kaum ausstellen, als dass es nicht einmal für seine schwerstkranken Kinder sorgen kann – oder besser gesagt will.  Das sind die Folgen des systematischen Abrisses des Sozialstaats: Durch eine verfehlte Gesundheitspolitik werden Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen seit Jahren kaputtgespart. Viele Kliniken sind inzwischen in privater Hand und damit Unternehmen geworden, die Gewinn erwirtschaften müssen. Gespart wird dabei häufig am Pflegepersonal. DIE LINKE fordert deshalb einen gesetzlichen Personalschlüssel, der sich am tatsächlichen Bedarf orientiert. Um den lebensbedrohlichen Pflegenotstand zu stoppen, braucht es 100 000 Pflegekräfte mehr in den Krankenhäusern.
 

Pressemitteilung von Bernd Riexinger zum Pflegenotstand